Die Purpurnen Flüsse 2 Film Seite

Benoît Magimel ein Gespräch


Interview zu den Purpurnen Flüsse 2

"Die purpurnen Flüsse" und die Einführung einer neuen Figur...
„Natürlich hatte ich "Die purpurnen Flüsse" gesehen und ich habe ihn sehr gemocht. Als Olivier Dahan, mit dem ich sechs Jahre zuvor "Déjà Mort" gedreht hatte, mir die Rolle des Partners von Niemans anbot, war ich begeistert. Aber die Figur musste komplett neu erfunden werden. Dafür haben wir ihm eine ganz eigene Persönlichkeit verpasst. Ich habe ihm den Namen ausgesucht, und zusammen haben wir uns für die beiden Charaktere eine gemeinsame Vergangenheit ausgedacht. Nie hatten wir die Idee, Reda als eine Art ‚Niemans für Anfänger’ erscheinen zu lassen. Mit Olivier habe ich mich in die Rolle geworfen, in den Dialogen ebenso wie in den Action-Szenen.“

Regisseur Olivier Dahan...
„Bei Olivier war der Vorteil, dass wir uns gut kennen und schätzen. Wir hatten sechs Jahren lang nicht miteinander gedreht, und jeder hatte sich in dieser Zeit weiter entwickelt und Fortschritte gemacht. Als wir uns für "Die purpurnen Flüsse 2" wieder trafen, hatten wir etwas gemeinsam: wir waren die zwei Neuen in einer Filmwelt, die vor uns existierte. Ich war mir aber sicher, dass Olivier diesem düsteren und ihm fremden Genre gewachsen war. Mehr noch, Dahan als Zugabe zu dem Konzept von "Die purpurnen Flüsse", das war eine verführerische Verbindung. Dieses Projekt war einer der Filme, die uns faszinierten, als wir kleine Jungs waren. Es ist eine Verbindung aus Abenteuer und Geheimnis, und das Ganze wird geführt von zwei sehr unkonventionellen Polizisten.“

Die Geschichte des Films...
„Es ist ein Thriller mit einer fantastisch-esoterischen Dimension. Zwei simple Untersuchungen führen nach und nach zu einer einzigen Angelegenheit, die uns immer mehr in den Abgrund zieht. Wir nähern uns der Höhle des Teufels; jede neue Information verdichtet das Geheimnis und wirft die Handlung in eine immer düsterer werdende Richtung. Es ist eine faszinierende Mischung der verschiedenen Genres. Je weiter die Handlung voranschreitet, desto deutlicher wird, dass diese beiden Polizisten sich nicht einer Reihe von Verbrechen gegenüber sehen, sondern einem mysteriösen Anschlag. Es geht um Kräfte, die unser Weltbild übersteigen, materiell genauso wie spirituell. Diese Mischung aus Normalität und Außergewöhnlichem ist sehr aufregend. Die Legenden, die heiligen Texte, die göttlichen Mächte und das, was wir im Herzen der Intrige finden, all das sind Elemente, die unsere Vorstellungskraft ansprechen. Niemans und Reda sind die Führer des Publikums durch ein Abenteuer, das uns weit, sehr weit vom Alltäglichen entfernt.“

Reda...
„Er ist ein junger Polizist, der mit 30 bereits Inspektor ist, was beweist, dass er ziemlich begabt ist. Sein Eigensinn ist sein wichtigster Wesenszug, er lässt nicht locker.
Um mir die Figur anzueignen, wollte ich wieder mit dem Trainer Alain Figlarz arbeiten, den ich von Nid de guepes kannte. Er hat damals die Kampfszenen choreographiert. Ich habe ihn gebeten mit mir zu üben, wie man ein Polizist wird. Selbst wenn man viele Polizisten im Kino oder Fernsehen gesehen hat, ist es nicht selbstverständlich zu wissen, wie man mit Handschellen und einem Revolver umgeht. Ich wollte zum einen die Wirklichkeit respektieren und sie gut genug beherrschen, damit ich mich mehr den Gefühlen der Figur widmen konnte.
Manche denken, dass dieser Teil der Arbeit eines Schauspielers nicht der anspruchsvollste ist. Aber damit ein Charakter funktioniert, ist das trotzdem die Basis. Große Unterhaltung ist genauso fordernd wie ein Autorenfilm, was das Schauspielen angeht. In diesem Film müssen die Figuren extreme Situationen meistern. Weil die Geschichte die Vorstellungskraft und das Irreale sehr anspricht, müssen die erkennbaren Dinge wirklich authentisch sein. Für mich sind Reda und Niemans echte Polizisten, die sich in einer Situation befinden, die das Fantastische streift. Der Aspekt ‚Polizist’ war meines Erachtens die erste Tür, durch die ich gehen musste, um meine Figur kennen zu lernen. Ich habe mich zwei Monate lang vorbereitet, um ein glaubwürdiger Inspektor zu sein. Ich hatte sogar die Gelegenheit in Paris bei einigen Streifenwagen mitzufahren. Ich sage nicht, dass diese Vorgehensweise für alle Schauspieler absolut notwendig ist. Es gibt da keine Regeln, aber ich muss diese Milieustudien betreiben, damit ich mich gut fühle, in dem was ich mache. Diese Vorarbeit war extrem hilfreich, um sich Reda auf eine körperliche Weise zu nähern, denn der Körper drückt sehr viele Dinge aus. Dazu musste ich Redas Innerlichkeit, seine Gedanken und Gefühle, ausdrücken, und das Ganze unter der Regie von Olivier. Ich hatte die Zeit, die Figur nach meinen Wünschen zu formen. Wir haben mit den Szenen begonnen, in denen ich ‚Jesus’ am Eingang der Kirche stelle. Mir war meine Figur ziemlich schnell vertraut, obwohl ich am Anfang immer langsam vorankomme. Reda ist auch eine Figur, die man gerne spielt, weil sie mehrere Facetten bietet. Er entdeckt die Welt, in der Niemans lebt. Er setzt seinen unschuldigen und manchmal ironischen Standpunkt gegen die fatalistische Vision seines Vorgesetzten. Er hat Humor und ist entwaffnend offen.


Interview mit Benoît Magimel auf Französisch

Jean Reno...
„Mit einem hervorragenden Schauspieler zu arbeiten ist immer leicht. Jean ist ein Mann, der gibt, der teilt, wie alle Großen. Wir waren uns instinktiv sehr nahe. Wir haben sehr schnell einen Weg gefunden, um gut miteinander auszukommen: dem anderen seinen Platz lassen, wenn er ihn braucht, sich auf den anderen stützen, wenn es nötig ist... Im Fortlauf der Handlung wie im Spiel sind wir voneinander abhängig. In einigen Momenten, besonders in den komischen Szenen, musste ich spontaner sein, mehr aus mir herausgehen. Dieser Spott war ziemlich neu für mich, so etwas habe ich in den vorherigen Filmen nicht gespielt. Jean ist ein fantastischer Partner für diese Art von Übung. Ich habe Jean und Olivier voll vertraut.“